Das Festival de Setembro ist ein internationales Kulturereignis, das von der Stadtverwaltung Ourém organisiert wird. Seit Jahren nutzt es den einzigartigen Raum der mittelalterlichen Stadt als Kulisse für den Dialog zwischen Geschichte und Gegenwart.
Die Ausgabe 2025 stand unter dem Motto „Co(m)fluências“, das Begegnungen sowie den Fluss von Menschen, Kulturen, Erfahrungen und Geschichten bezeichnet, die an einem Ort zusammenkommen. Der Titel betont die Idee des Miteinanders und des Dialogs ebenso wie die Konfluenz – das Zusammenfließen verschiedener Strömungen zu einem gemeinsamen Raum.
Aufbauend auf den Leitmotiven Erbe – Ort und Identität – Interkulturalität verwandelte das Festival de Setembro die Vila Medieval de Ourém in eine lebendige Kulturbühne. Der historische Raum erhielt neue Szenografien und wurde zum Ort für Musik, Performances, Literatur, anregende Diskussionen, Kino, Ausstellungen und kulinarische Erlebnisse.
Eine besondere Rolle spielten Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen Sprach- und Kulturkreisen sowie in Ourém lebende Migrantinnen und Migranten. Sie teilten ihre persönlichen Geschichten und präsentierten Elemente der Kulturen ihrer Herkunftsländer – von Küche und Handwerk bis hin zu performativen Aktionen. Dadurch wurde das Festival de Setembro zu einem Raum der Auseinandersetzung mit Migration und zeitgenössischer Identität und zeigte, dass Integration und Toleranz nicht nur abstrakte Ideen sind, sondern gelebte Alltagspraxis an der Schnittstelle von kultureller Vielfalt und lokalem Erbe.
Seit Jahrhunderten ist Ourém ein gemeinsamer Lebensraum für Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt. Bereits im 15. Jahrhundert ließen sich Vertreter anderer Kulturen in der Vila Medieval nieder. Auch heute öffnen sich die lokalen Städte und Dörfer dem Unbekannten und werden zur Heimat neuer Bewohnerinnen und Bewohner sowie neuer Geschichten.
Die Geschichte des Festival de Setembro begann im Jahr 2014. In den folgenden Ausgaben widmete sich das Festival unter anderem Inspirationen aus dem Mittelmeerraum, Diasporas und der jüdischen Präsenz in Ourém sowie den historischen Beziehungen der Stadt zum Orient und zu Südostasien.
Nach der Revitalisierung der Burg und des Grafenpalastes kehrte das Festival 2023 mit der Ausgabe „Wir, Migranten“ zurück, die an die Emigrationserfahrungen der Einwohnerinnen und Einwohner von Ourém anknüpfte und zur Reflexion über neue Konzepte von Ort und Zugehörigkeit anregte. Die Ausgabe 2025 – „Co(m)fluências“ – setzte diesen Weg konsequent fort und machte die Vila Medieval de Ourém zu einem Raum der Begegnung, des gemeinsamen Schaffens und des Dialogs.
Die Nominierung des Festival de Setembro in vier Kategorien der Iberian Festival Awards 2026 – darunter zwei, die von einer internationalen Jury bewertet werden, sowie zwei, die durch eine Publikumsabstimmung entschieden werden – ist eine bedeutende Auszeichnung für die Stadt und die Region. Sie zeigt, dass Ourém, bekannt für sein reiches historisches und spirituelles Erbe, zugleich ein Ort lebendigen kulturellen Dialogs ist, der auch international Anerkennung findet.
Mit Stolz und Freude werden wir den weiteren Weg des Festival de Setembro bei den Iberian Festival Awards 2026 verfolgen und uns darüber freuen, dass Ourém zu den interessantesten Festivals der Iberischen Halbinsel zählt.
Fotos von der Website des Veranstalters:
https://festivaldesetembro.ourem.pt/